Bei dir piept’s wohl!

So oder so ähnlich hab ich es in den vergangenen Tagen immer wieder gehört. Gut gemeint, versteht sich 🙂

Die Spatzen pfeifen lassen.

Die Skepsis mancher Mitglieder der Netzgemeinde kann ich nachvollziehen:

Ist das nicht zu seicht? Schon wieder so ein Kalenderblatt-Spruch?

Ich gebe zu: Ich mag Johannes Bosco. Er gehört zu den Heiligen, die mich schon seit meiner Kindheit begleiten.  Da mag es auch Ereignisse im Leben Don Boscos geben, die Grund zur Kritik geben. Zum Glück, denk ich mir. Solche Heiligengestalten, die auch mal einen Fehler gemacht haben und nicht “perfekt” sind, sind mir sehr sympathisch.

Don Bosco mag ich aber vor allem deshalb, weil er sich für die Kleinen – Kinder und Jugendliche –  starkt gemacht hat. Den jungen Menschen, um die er sich besonders kümmerte, ging es nicht gut. Sie hatte es nicht leicht im Leben. Mit oberflächlichen Späßen wäre Don Bosco sicherlich nicht sehr weit gekommen. Und dieses Zitat, das vom Fröhlichsein und den Spatzen handelt, ist sicherlich mehr als ein netter Vers fürs Poesiealbum.

Kein Grund zur Gelassenheit

Gelassenheit im Angesicht von Aleppo, dem  modernen Synonym für  Krieg und dem Versagen der Humanität. Geht das?
Fröhlichkeit trotz einer schweren Erkrankung oder dem Tod eines geliebten Menschen. Wie?
Zu allen Zeiten erlebten Menschen ihr Dasein als gefährdet und das eigene Glück als zerbrechlich.

Dringen Frevler auf mich ein, um mich zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde…
Mag ein Heer mich belagern…
Mag Krieg gegen mich toben…
(Psalm 27)
Mitten in der Angst auf Gott vertrauen?
Ganz ehrlich: Wenn ich mir unsere Welt so anschaue, wird´s mir Angst und Bange. Es fällt mir schwer gelassen zu sein, wenn ich Ungerechtigkeit erlebe.
Was mich tröstet, ist dass diese Erfahrung auch Jesus nicht fremd ist.  Er kennt das:
Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte.
(Lukas 22,44)
Das hört sich nicht gerade gelassen an. Aber es erzählt von dem tiefen Vertauen, das Jesus in Gott setzt. Trotz seiner panischen Angst und der Ausweglosigkeit die er erlebt, wendet er sich an Gott.
Mancher mag denken: “Bei dem piept´s wohl. Besser wäre, er würde seine beine in die Hand nehmen und um sein Leben rennen.”
Aber so ist das Leben eben nicht. Manche Niederlagen sind Unvermeidlich. Manche Katastrophen lassen sich nicht verhindern. Das wusste auch Don Bosco, als er von Spatzen sprach.
Er wollte seinen Schützlingen damit von seinem tiefen Vertrauen in Gottes guten Plan für jeden Menschen erzählen.
Und er wollte ihnen Mut machen: Auch wenn es gerade nicht danach aussieht: Vertrau auf deine Fähigkeiten, dein Leben zu gestalten:
 Zeige mir, Herr, deinen Weg, leite mich auf ebener Bahn trotz meiner Feinde!
Hoffe auf den Herrn und sei stark!
Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!
(Psalm 27)
Psalm 27
[Von David.] Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen?
Dringen Frevler auf mich ein, um mich zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde, sie müssen straucheln und fallen. Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht.
Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel. Denn er birgt mich in seinem Haus am Tag des Unheils; er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, er hebt mich auf einen Felsen empor. Nun kann ich mein Haupt erheben über die Feinde, die mich umringen. Ich will Opfer darbringen in seinem Zelt, Opfer mit Jubel; dem Herrn will ich singen und spielen.
Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnädig und erhöre mich! Mein Herz denkt an dein Wort: «Sucht mein Angesicht!» Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. Verbirg nicht dein Gesicht vor mir; weise deinen Knecht im Zorn nicht ab! Du wurdest meine Hilfe. Verstoß mich nicht, verlass mich nicht, du Gott meines Heiles!
10 Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, der Herr nimmt mich auf. 11 Zeige mir, Herr, deinen Weg, leite mich auf ebener Bahn trotz meiner Feinde! 12 Gib mich nicht meinen gierigen Gegnern preis; denn falsche Zeugen stehen gegen mich auf und wüten.  13 Ich aber bin gewiss, zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden.
14 Hoffe auf den Herrn und sei stark! Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn!

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