Ein neuer Jesus zum Umdenken

Wir brauchen immer wieder neue Jesusbilder, die uns beim Umdenken und Freiwerden und Wachsen helfen. Danke für eure Jesusbilder aus der Community, die euch zum Neudenken gebracht haben: Ein afrikanischer Jesus, ein indigener Christus, ein bolivianischer Bauer, ein lachender Jesus: ein Jesus, der uns von den ungerechten Strukturen der Kolonisation löst. Hilf uns für nächste Woche mit deinem konkreten mutigen Jesusbild.

Jesus zum Umdenken 2 - Ein neuer Jesus zum Umdenken

Nächste Woche planen wir ein Experiment:

Wenn Jesus heute in deiner persönlichen Lebenssituation geboren wäre, wie säße er aus? Spielt er Golf? Ist er im Alter an den Rollator gebunden? Fährt er gern Fahrrad? Geht er auf Demos? Isst er gerne Currywurst?

👉Beschreibe uns in ein paar Sätzen gerne ein mutiges Jesusbild. Vielleicht ja auch ein Bild, das dir hilft, von deinen Verletzungen und deinen eigenen engen Bildern frei zu werden? Nächste Woche werden wir eine der Einsendungen von einer Illustratorin umsetzen lassen.✏️🤩 Lass dich überraschen, was da zusammenkommt und passiert. Danke für deine Hilfe.

Darf ich das?

Manche fragen sich vielleicht: Ist das überhaupt O.K.? Darf ist Jesus so ein konkretes Gesicht geben und in meine Lebensgeschichte hineinschreiben? Wir glauben: JA. Denn Gott selbst hat sich in der Menschwerdung Jesu dafür entschieden eine konkret Lebensgeschichte werden. An einem konkreten Zeitpunkt, einer konkreten Kultur und in einem einzigartigen Menschen. Die Botschaft dahinter, so glaubt heute die Christenheit über alle Konfessionen hinweg: Gott will in Jesus der Lebenswirklichkeit von jedem einzelnen Menschen nahe sein. Er liebt jeden einzelnen Menschen heute bedingungslos. Natürlich gab es immer wieder versuche, entweder einen historischen Jesus aus der Bibel und anderen Quellen “herauszuschälen” oder es gab versuche einen “ewigen, universalen, abstrakten Jesus” festzuhalten. Beide Versuche funktionieren nicht, da es schlichtweg immer auf eine Interpretationen von Jesus hinausläuft. Diese Interpretationen von Jesus verraten dann oft mehr über die Interpretator*innen und ihre Absichten.

Was bleibt dann aber übrig? Einige Ideen:

1. Die Bibel entdecken: Den Weg über die vielfältigen Geschichten Jesu. Über Jesu Verhalten, Handeln, seine Gesten und seine Güte. Sie zeichnen uns kein eindeutiges Bild, was schon mal gut ist. Doch interessanterweise können wir an diesen Geschichten oft mit unserem Herzen und Sinn für das Gute vielfältig anschließen.

2. Der Erzählgemeinschaft zuhören: Unsere Jesusbilder sind geprägt von anderen Menschen, die uns von Jesus erzählt haben. Interpretationen treffen auf anderen Interpretationen und so weiter … Die Verbundenheit mit Menschen vielfältiger Kirchen und den Menschen guten Willens über den christlichen Tellerrand hinaus bewahren uns vor eigenen Engführungen. Zuhören mit liebevollem Blick und Ohr kann den Horizont weiten.

3. Nachdenken: Zum Glück können wir denken, kritisch hinterfragen, weitere wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen lassen, einfach den Kopf einschalten. Hilft oft. Zum Beispiel hiflt es gegen ideologischen Missbrauch ganz gut.

4. Beten: Immer wieder das Gebet darum, frei zu werden für den Gott, der sich schenkt und kein Besitz ist. Ein solches Gebet haben wir von Jörg Zink dazu gefunden:

Dich selbst
möchte ich finden,
nicht die Machwerke meiner Gedanken,
dich,
den ich nicht fasse,
nicht begreife,
nicht kenne.

Du sagst,
in Jesus Christus
können wir dir begegnen.
Aber auch ihn schaffen wir ständig nach unserem Bild
und nach unseren Gedanken.
Auch er muss uns
fremd werden,
damit wir ihn verstehen
und in ihm dich finden,
den unbekannten, den fremde
n Gott.

Ich stehe an der Grenze meiner kleinen Welt.
Meine Gedanken schließen mich ein
wie eine Mauer.
Ich möchte ins Freie treten.

Jesus sagt:
Folge mir nach.
Diesen Schritt möchte ich tun;
Führe mich,
damit ich dich finde.

(nach Jörg Zink)

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